Vortrag von Sebastian Schipper zur „Unternehmerischen Stadt“

Am 21.6.2011 wird Sebastian Schipper auf Einladung des SFU und des Instituts für Geographie zu dem Thema „Krise, Regulation und Gouvernementalität – Zur Genealogie und Hegemonie der unternehmerischen Stadt am Beispiel von Frankfurt am Main“ referieren.

Seit Ende der 1980er Jahren konnte angesichts der postfordistischen Umstrukturierung der gesellschaftlichen Verhältnisse die unternehmerische Stadt zu dem hegemonialen Modell städtischer Entwicklung avancieren. Im Gegensatz zur Stadt als verwaltendem Organ des keynesianischen Wohlfahrtsstaates, ist es primäres Ziel unternehmerischer Stadtpolitik, die private Kapitalakkumulation durch die Verbesserung harter und weicher Standortfaktoren zu stimulieren. Zugrunde liegt dem eine spezifisch neoliberale Rationalität, wonach die Stadt zum einen nach außen als Wettbewerbseinheit in globaler Konkurrenz und zum anderen nach innen in Analogie zur Unternehmensform repräsentiert wird. Obwohl es sich hierbei um einen kriseninduzierten, widersprüchlichen und umkämpften Prozess handelt, fußt die unternehmerische Stadt gegenwärtig auf einem sehr hohen Maß an aktiver Zustimmung seitens städtischer Eliten in Verwaltung und im (fast) gesamten parteipolitischen Spektrum. Um diese erstaunliche Hegemonie erklären und damit die scheinbare Unmöglichkeit von politischen Alternativen kritisieren zu können, soll unter Rückgriff auf regulationstheoretische Arbeiten sowie Ansätzen der Governmentality Studies genealogisch am Beispiel von Frankfurt am Main aufgezeigt werden, wie ein solches Wissen über das ‚richtige‘ Regieren der Stadt historisch produziert und sukzessive hegemonial geworden ist.

Sebastian Schipper promoviert und lehrt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2003-2008 hat er Geographie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre an der Uni Münster studiert.

Die Veranstaltung wird im Institut für Geographie, Raum 72, in der Robert-Koch-Straße 28 stattfinden. Beginn ist um 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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